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Offener Brief des Vorstandes

Sehr geehrte Sportfreundinnen und Sportfreunde,Logo

 

in vielen Gesprächen mit unseren Mitgliedern, aktiven Fußballspielern und Verantwortlichen auch anderer Vereine haben wir - der Vorstand des SV Aufbau Oppelhain - in den vergangenen Jahren den Eindruck gewonnen, dass es vor allem in der heranwachsenden Generation immer weniger junge Leute gibt, die ihre kostbare Freizeit mit nicht nur einer Beschäftigung ausfüllen wollen. Sie übernehmen weniger Verantwortung als noch vor 10 Jahren, weil sie sich möglichst zu jedem Wochenende viele Optionen der Freizeitgestaltung offenhalten wollen.

 

Das ist, so glauben wir, neben dem engen Zeitplan auch ein Grund, dass seit Jahren der Druck auf die Verantwortlichen auf allen Ebenen steigt. Die Zahl der Leute, die Fußball spielen oder sich damit beschäftigen, ist eindeutig rückläufig. Je weniger spielen und sich in Vereinen organisieren, desto größer wird der Aufwand für die, die Verantwortung übernehmen und die Strukturen aufrechterhalten.

 

In den vergangenen Jahren hat die Zahl der gemeldeten Mannschaften abgenommen. Selbst die Mannschaften der unteren Spielklassen müssen längere Fahrtzeiten zu Auswärtsspielen auf sich nehmen. Gerade zur kalten Jahreszeit, ist nicht jeder bereit, diesen Aufwand zu betreiben. Selbst, wenn einer Mannschaft nur wenige Spieler fehlen, kann das schon eine Spielabsage nach sich ziehen. Das hat Strafen und/oder Nachholspiele zur Folge und endet in einem Kreislauf, der für alle Beteiligten mehr Stress als geliebtes Hobby bedeutet.

 

Die Frage ist nun: Wie können wir als Verantwortliche, dieser Entwicklung begegnen. Wir denken, der Ansatz, die Staffeln in allen Spielklassen unseres Fußballkreises zu verkleinern und Spielzeiten von September bis Anfang Dezember sowie März bis Anfang Juni könnten eine Möglichkeit sein.

 

 

Fakten Rahmenterminplan 2017-18:

  • bei 16 Mannschaften in einer Staffel gibt es 30 Spieltage
  • bei 52 Wochenenden pro Jahr bleiben dann 22 Wochenenden
  • abzüglich der Winterpause von 9 Wochen von kurz vor Weihnachten bis Ende Februar sind es dann noch 13 Wochen
  • einzuplanen sind 6 Pokalspiel-Wochenenden, womit wir bei 7 Wochen Rest wären
  • Ostern ist schon als Pokalspieltag eingerechnet, womit wir minus Pfingsten bei 6 Wochen Sommerpause sind
  • Nachholspiele sind Pfingsten, 1. Mai, Himmelfahrt und an freien Pokalspieltagen oder wenn der Winter mitspielt
  • in der Summe sind wir bei 15 freien Wochen ohne Pflichtspiele (im Winter 9, im Sommer 6 Wochen)
  • ziehen wir für Vorbereitung im Sommer und Winter noch je 3 also insgesamt 6 Wochenenden ab, sind 6 Wochen im Winter und 3 im Sommer fußballfreie Zeit (Hallensaison nicht eingerechnet)
  • in der Zeit, in der der Spielbetrieb läuft, findet normalerweise auch Training statt, also fast das ganze Jahr Pflichtfußball?!

 

Das ist eine Herausforderung und ist es das, was wir wollen und was die Mehrheit der aktiven Fußballer und Ehrenamtliche des Vereins wollen und selbst wenn es die Mehrheit will, ist es langfristig durchführbar?

 

Wir - der Vorstand des SV Aufbau Oppelhain - haben in den letzten Jahren immer mehr den Eindruck gewonnen, dass der bürokratische Verwaltungsaufwand und die Anzahl der Auflagen von Verbandsseite zugenommen haben. Sei es die Meldung der Trikotwerbung oder die Vorgabe, Getränke bei Heimspielen in Pappbecher gießen zu müssen; Meldungen verschiedenster Art sollen fristgerecht eingereicht, Spielberichte geschrieben, Schiedsrichter bewertet, Ordner-Bücher geführt, Ordner eingeteilt, Aushänge angebracht werden. Zudem werden von den Vereinen mehrere Medien bedient wie Facebook, Internetseiten und die Korrespondenz mit der lokalen Presse kommt hinzu. Alles Dinge, die in den letzten 10-15 Jahren hinzugekommen sind. Was ist weggefallen?

 

Gerade kleine Vereine in den unteren Ligen haben dünne Strukturen mit wenigen Leuten, die die vielen Aufgaben zu bewältigen haben. Immenser Druck auf die Ehrenamtlichen und so passieren Fehler oder die Zeit fehlt, vom Verband auferlegte Pflichten zu erfüllen. Die Folge sind Strafen, die diejenigen verantworten müssen, die Vereine und den Spielbetrieb überhaupt am Leben halten. Das ist paradox.

 

Unsere Schlussfolgerung: Wir benötigen neben dem eigentlichen Liga-, Pokal und Trainingsbetrieb unbedingt mehr Zeit, uns um die Dinge neben dem Fußballplatz zu kümmern.

Ein Weiter-so erzeugt noch mehr Stress, frustriert und demotiviert die Ehrenamtlichen.

 

Als wichtige Aufgaben neben Platz wären zu nennen:

  • Weiterbildung von Schiedsrichter, Trainern, Verantwortlichen
  • Tagungen, die durchgeführt werden sollten, um sich vereinsübergreifend miteinander auszutauschen
  • viele Ehrenamtliche, die Verantwortung übernehmen, sind doppelt belastet wie z.B. Spieler, die auch Schiedsrichter sind oder Spieler, die auch Nachwuchstrainer sind usw.
  • Sportanlagen müssen in Ordnung gehalten werden
  • Vereinsleben muss am Leben gehalten werden: Feiern, Sportfeste, Turniere, Versammlungen

 

Aktuell ist das Motto sowohl nach der Sommerpause, als auch nach der Winterpause eher: Geht der Fußball schon wieder weiter? Es gibt kaum Zeit, sich ordentlich auf neue Aufgaben und Ziele vorzubereiten und bei den jungen Leuten wieder die Lust an ihrem Hobby zu befeuern. Es gibt tolle Möglichkeiten, auf andere Art und Weise seinen Horizont zu erweitern und vielleicht auf diesem Wege eine tolle Vorbereitung auf die neue Spielzeit hinzubekommen; mit Trainingslagern entfernt von der gewohnten Umgebung.

 

Hier sind die Optionen vielseitig, Familien einzubinden und dadurch Akzeptanz für das Hobby Fußball zu entwickeln und die Gemeinschaft zu stärken. Letztendlich sollte ein Verein so aufgebaut sein das die ganze Familie daran teilnimmt. Der vom DFB verbreitete Film “Zurück zu den Wurzeln” ist absolut empfehlenswert und bringt auf den Punkt, was Vereine ausmacht und was für sie wichtig ist.

 

Sie sind eben keine Wirtschaftsunternehmen, die von oben geführt werden und Mitglieder sind keine Angestellten die immer zur Stelle sein müssen. Vielmehr engagieren sie sich freiwillig und wenn das Engagement dauerhaft eher stresst, als es Ausgleich bringt, müssen Dinge strukturell verändert werden. Jeder einzelne ist im Leben schließlich auch anderweitig eingespannt

 

Kurz gesagt, wir brauchen mehr Zeit für die oben genannten Aufgaben.

 

Alles andere erzeugt Druck auf allen Ebenen: Einerseits bei den Verantwortlichen, die sich für die Organisation verantwortlich fühlen, andererseits bei den aktiven Sportlern, die nicht gewillt sind, zu allen Terminen einsatzbereit zu sein. Und nicht zuletzt entsteht auch Druck beim SBB, denn gerade, wenn es um Termine geht, die aus welchen Gründen auch immer nicht wahrgenommen werden – im Spielbetrieb oder z.B. beim Thema Weiterbildung – entwickelt sich Unzufriedenheit und Ratlosigkeit.

 

Im schlimmsten Fall häufen sich Probleme, kehren immer wieder oder werden nicht gelöst und das führt zu Frust. Eigentlich zuverlässige Leute legen ihre Ämter nieder und neue Leute für fast nicht lösbare Probleme zu finden, ist nahezu unmöglich.

 

Wir sind fest davon überzeugt, wieder mehr Leute für ein Engagement zu begeistern – am Miteinander teilzunehmen – wenn es uns gelingt, den Stress zu minimieren. Wenn es kleinere Ligen und weniger Spiele gibt, werden wieder mehr Leute bereit sein, Fußball zu spielen, sich dafür engagieren und länger dabei zu bleiben. Dann erreichen wir die wieder, die den hohen Aufwand, die eine Saison im heutigen Stil mit sich bringt, für sich ablehnen.

 

Wir sehen, dass sich neben dem offiziellen Spielbetrieb des SBB, informelle Mannschaften gründen und regelmäßige Spiele und Turniere selbst organisieren. Es gibt also offensichtlich mehr Leute, die gern Fußball spielen, als die die bei uns organisiert sind.

 

Deshalb sind wir dafür Spielzeiten von September bis Anfang Dezember sowie März bis Anfang Juni

durchzuführen. Das bedeutet Ligen mit 12 Mannschaften zu schaffen.

 

Tun wir uns den Gefallen.

 

Mit sportlichem Gruß

 

Der Vorstand des SV Aufbau Oppelhain

 

 

Kontakt:

SV Aufbau Oppelhain e.V.

Jens Andrack & Stefan Altkrüger

Mail:

Homepage: www.svaufbau.de

 
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